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Fr 5.8.2011 21.54 Uhr | Iko Chmielewski | Alle Artikel

offene Kampfansage


Gemeinwesen | Sonstiges

varel -  Das Desaster bei der Neuwahl des Vorsitzenden des Gewerbevereins offenbart gleich mehrerer Sachverhalte.
 

Der Gewerbeverein kann auf Grund seiner Zusammensetzung im Konflikt der Famila-Erweiterung nicht wirklich die Interessen der Innenstadt-Kaufmannsschaft vertreten. Der Bürgermeister und die Politik täte deshalb gut daran die berechtigten Ängste und Sorgen der Interessengemeinschaft Vareler Innenstadt ernst zu nehmen, anstatt deren Mitglieder zu diskreditieren.


Gewerbeverein hat andere Aufgaben!
Der verzweifelte Versuch der Innenstadtkaufmannsschaft ihre Interessen in den Gewerbeverein einzubringen war zwar einen Versuch wert – musste aber scheitern. Die Intressenlage der Kaufmannsschaft ist einfach zu unterschiedlich. Da gibt es Kaufleute, die schon den Kampf aufgegeben haben und ihren Ruhestand planen; da gibt es die Filialisten, von den sich ggf. der ein oder andere schon gedanklich um einen Shop in der Vorkassenzone oder im Fachmarktbereich auf der Schützenwiese umsieht (wie es ja auch der alte Gewerbevereinsvorstand empfohlen hat) oder auch die, die wirklich glauben, dass sich (entgegen der Prognosen des Entwicklungskonzeptes) die Famila-Erweiterung auch mehr Kaufkraft in die Innenstadt bindet.

Verein mißbraucht! 
Durch die offene Kampfansage der Bünting-Gruppe, die scheinbar 21 Stimmanteile (Vereinseintritte von Mitarbeitern des Famila-Marktes) gekauft hat, nur um die Neuwahl eines arbeitsfähigen Vorstandes für die Zeit er Auslegungsfrist zu verhindern, wird der wahre Charakter der Famila-Erweiterung deutlich. Hier geht es um einen harten Verdrängungswettbewerb, bei dem die Moral auf der Strecke bleibt.



Eine zweite Innenstadt entsteht! 
Hier geht es nicht um einen gesunden Konkurrenzkampf im eigentlichen Sinne, sondern hier stehen zwei Marktplätze im Wettbewerb. Nach der Famila-Erweiterung sollen bis zu 60 % der jetzigen Gewerbefläche der Innenstadt auf der Schützenwiese entstehen. Das Entwicklungskonzept hat klar herausgearbeitet, dass in den nächsten 15 Jahren keine Notwendigkeit besteht nennenswerte Gewerbeflächen im Einzelhandel zu entwickeln. Oder mit anderen Worten, dass es bei einer großflächigen Ausweisung neuer Verkaufsflächen logischerweise zu einer Umverteilung der Kaufkraft kommt. Das birgt die Gefahr in sich, dass Varel als Stadt mittelfristig an Attraktivität verliert, der gesunde Branchenmix in der Innenstadt zusammenbricht und dadurch auch Sortimentsbereiche, die zunächst nicht von der Famila-Erweiterung betroffen sind, nicht mehr von den Synergieeffekten profitieren können.

 
Stell dir vor -  über dein Schicksal wird verhandelt und du hast keinen Anwalt!
Famila wird durch die Büntinggruppe kraftvoll vertreten und wird als Gesprächspartner von der Politik ernst genommen. Die Innenstadt braucht für diesen Kampf ein eigenständiges Sprachrohr, das von der Politik ernst genommen wird.

 

Iko Chmielewski

Schlagworte: Famila-Erweiterung

Geschrieben auf: mein-varel.de



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