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Varel -
Es ist der letzte Wochenmarkt im Advent. Großes Gedränge am Geflügelwagen, wie überall. Eine kleine, etwas schüchterne alte Dame wird gerade bedient. Sie fragt nach dem Preis für ein Stück Putenbrust; die Antwort erschreckt sie offensichtlich - nein, das kann sie sich nicht mehr leisten. Sie ist zwar alt und braucht nicht mehr viel, aber das ist ihr zu teuer, auch für einen Weihnachtsbraten, die schmale Rente reicht sowieso kaum. - Jeder am Stand glaubt ihr das. Sie zeigt auf ein paar Hühnerrückenteile und fragt nach dem Preis. Hühnerrückenteile sind zwar billig, geben aber eher eine gute Suppe als einen Braten ab. Auch Keulen sind billiger, aber wegen der Sehnen eigentlich mehr etwas für junge, gesunde Zähne.
Es geht noch etwas hin und her - erstaunlicherweise murrt keiner der Wartenden - da greift sich die Verkäuferin ein schönes Stück Brustfleisch, das auch für zwei Tage reicht: "Weißt du was, Mutti, ich wiege dir dieses Stück einmal aus." Spricht's und tut's. Die elektronische Waage zeigt 8,50 EUR, was unsere Dame aber nicht sehen kann - wie gesagt, sie ist klein und irgendwelche Ware versperrt ihr die Sicht.
Neben mir steht eine junge Frau und man merkt ihr an, dass sie gerade sagen will: "Schreib mir das mit auf meine Rechnung" oder so etwas ähnliches. Da macht die Verkäuferin etwas viel Besseres, etwas menschlich Geniales könnte man fast sagen: "Das macht 3,50 EUR. Ist das in Ordnung, Mutti?" "Danke, das kann ich mir leisten." Es klingt fast wie ein Seufzer der Erleichterung. Und keiner am Stand, der sich nicht freut. Keine Almosen, sondern Hilfe zur Selbsthilfe. Das lässt auch den Bedürftigen seine Würde wahren.
Frohe Weihnachten!
Es geht noch etwas hin und her - erstaunlicherweise murrt keiner der Wartenden - da greift sich die Verkäuferin ein schönes Stück Brustfleisch, das auch für zwei Tage reicht: "Weißt du was, Mutti, ich wiege dir dieses Stück einmal aus." Spricht's und tut's. Die elektronische Waage zeigt 8,50 EUR, was unsere Dame aber nicht sehen kann - wie gesagt, sie ist klein und irgendwelche Ware versperrt ihr die Sicht.
Neben mir steht eine junge Frau und man merkt ihr an, dass sie gerade sagen will: "Schreib mir das mit auf meine Rechnung" oder so etwas ähnliches. Da macht die Verkäuferin etwas viel Besseres, etwas menschlich Geniales könnte man fast sagen: "Das macht 3,50 EUR. Ist das in Ordnung, Mutti?" "Danke, das kann ich mir leisten." Es klingt fast wie ein Seufzer der Erleichterung. Und keiner am Stand, der sich nicht freut. Keine Almosen, sondern Hilfe zur Selbsthilfe. Das lässt auch den Bedürftigen seine Würde wahren.
Frohe Weihnachten!
Kommentar 1/1
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BetreffUnterwegs notiert: VorweihnachtlichesDatum23.12.2010, 16:41 UhrAutorDirk BuskerTextHallo,
ich finde, das ist wahre Weihnachten.
Gruß
Dirk
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